Der Sport und ich

Als ich noch klein war, sind meine Mama und ich fast jeden Tag wandern gegangen. Eigentlich gar nicht so schlecht, oder? Seit Beginn des Schulsports war ich dann auf einmal „die Unsportliche“, „die Blade“ und die, die einfach keinen Ball fangen kann. Das war für mich so schlimm, dass ich jahrelang überhaupt keinen Sport mehr gemacht habe. Warum auch? Ich kann es ja eh nicht.

Der Sport: Eine Hassliebe

Benotet wurde Geräteturnen und ja, das war’s eigentlich auch schon. Darin war ich nicht gut und so konnte ich jedes Jahr zur Zeugnisvergabe nur hoffen, dass ich aus reiner Nettigkeit wieder einen 2er oder 3er bekomme. Ich war also offiziell unsportlich und wollte mich daher lieber gar nicht bewegen. „Macht doch eh keinen Sinn“, dachte ich. Mit 14 hatte ich dann eine kleine Essstörung und musste irgendwas tun, um so dünn zu werden wie Heidis Mädels. Kurzum, ich habe Sport gehasst!

Radtour Loire-Tal

Erst in meiner Matura-Vorbereitungszeit habe ich wieder mit dem Laufen begonnen und zwar nicht um abzunehmen, sondern zum ersten Mal nur für mich und mein Wohlbefinden. Ich war damals vom vielen Sitzen so unruhig, dass ich mindestens eine halbe Stunde pro Tag laufen gehen musste. Das war richtig cool! Ich bin wie früher den Berg raufgelaufen und musste mir nicht sagen lassen, wie unsportlich ich bin. Dadurch war ich richtig ausgeglichen.

Dieser sportliche Erfolg hat mich so motiviert, dass ich beschlossen habe, nach der Matura alleine eine Fahrradtour zu machen. 10 Tage bin ich durchs Loire-Tal gefahren und habe rund 390 Kilometer zurückgelegt. Ohne professionelles Equipment, ohne viel Geld, einfach nur, weil ich das so wollte. Geschlafen habe ich bei Couchsurfern. Ich war so stolz auf mich!

Alles ausprobierenPolesit

In Wien wollte ich dann alles ausprobieren, ob es nun Bikram Yoga (fürchterlich!), Poledance oder Aerial Silk war. Zugegeben, meine Poledance Erfolge waren gering. Wichtig war nur, dass mir Sport endlich wieder Spaß gemacht hat. Trotzdem war mir gerade Poledance oft zu kompetitiv und das hat nicht unbedingt dazu geführt, dass ich mich mit meinem Körper wohl gefühlt habe.

So habe ich dann Yoga für mich entdeckt. Ein Sport, bei dem man nicht unter Druck gesetzt oder bestraft wird, wenn man etwas mal nicht macht. Neben Yoga funktioniert laufen für mich am besten! Wenn ich halbwegs trainiert bin, komme ich in den Flow und muss über nichts nachdenken als laufen, laufen, laufen.

Faulheit siegt

Trotzdem bin ich ein fauler Mensch, ich liege gerne zu Hause rum, lese, blogge, schaue fern. Ich kann super ohne Sport leben  das ist das Problem. Vor allem, wenn man wie ich immer zu spät dran ist und mal zur Straßenbahn laufen muss!



Ein Gedanke zu “Der Sport und ich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.